Wie, was, wo, wann… Entspannung?

Sie haben eine Menge Zeit, die Sie für Ihre Regeneration und Ihre persönliche Weiterentwicklung perfekt nutzen können. Oder fahren Sie niemals mit dem Auto?

Sie gehen davon aus, dass ich Ihnen jetzt sage, dass Sie die Zeit im Auto möglichst effektiv nutzen sollen. Aber das Gegenteil ist der Fall!

Tun Sie im Auto so wenig wie möglich; schließlich schätzen Sie Ihre Kunden als gesunden und lebendigen Ansprechpartner.
Das ist aber bei weitem nicht alles. Lassen Sie uns gemeinsam eine typische Autofahrt eines Kollegen, der im technischen Vertrieb unterwegs ist, Revue passieren.

 

Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit haben Sie selbst schon Derartiges erlebt.
Versetzen Sie sich daher der Einfachheit halber gleich selbst in die Hauptrolle dieser (wahren) Begebenheit:

Es ist ein sonniger Dienstag Morgen

Ihr Frühstück und der Kaffee waren herrlich! Sie haben für 9 Uhr einen Kundentermin vereinbart, die Anfahrt wird etwas mehr als 1 Stunde dauern.

Die Straßen sind trocken und es ist keine Hauptreisezeit. Sie planen dennoch einige Minuten Zeitpuffer ein, schließlich wollen Sie pünktlich sein. Es wird Ihr erstes Gespräch bei Ihrem potentiellen Neukunden sein.

Sie starten den Motor Ihres Firmenwagens, Sie haben gestern noch getankt, Fenster runter und frische Luft herein. Aah – alles perfekt. Sie geben die Adresse Ihres Kunden in Ihr Navi ein, leider kennt das System nicht die Hausnummer, Sie geben daher die Stadt und den Namen der Zielstraße ein. Auch gut.

Ihr Smartphone haben Sie über Bluetooth an die Freisprechfunktion Ihres nach fast neuen Dienstwagens gekoppelt. Der Wagen riecht noch immer neu!

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Sie haben sich vorgenommen, während Ihrer Fahrt einige Kunden anzurufen.

Mit einem Ihrer potentiellen Neukunden werden Sie einen neuen Termin vereinbaren. Sie fahren auf die Autobahn und wählen sogleich die Telefonnummer; diese haben Sie am Smartphone gespeichert – sehr clever.

Sie haben Glück und erreichen ihn sofort; Sie schlagen ihm einen Termin am Dienstag der kommenden Woche vor. Ihr Kunde will Sie persönlich treffen, hat aber am Dienstag keine Zeit und möchte, dass Sie am Donnerstag zu einem Gespräch kommen.

Ihren Terminplan für nächste Woche haben Sie nicht komplett im Kopf und Sie bitten Ihren Kunden um eine E-Mail mit dem Terminvorschlag. Sie sind ja gerade im Auto und können den Vorschlag gerne später prüfen und beantworten.

Das nächste Telefonat führen Sie mit einem Ihrer Key Accounts.

Sie wollen den technischen Leiter davon informieren, dass der neue Sicherheitsschalter Ihres Unternehmens nun verfügbar ist und werden ihm ein Mustergerät anbieten.

Der technische Leiter freut sich über Ihren Anruf und möchte nun technische Details zum neuen Schalter haben bevor er einer Bemusterung zustimmt. Er schildert Ihnen die vorgesehene Einbausituation und möchte nun von Ihnen wissen, ob der Schalter so korrekt montiert werden kann.

Sie haben zwar viele Details im Kopf, das geht aber zu weit; diese Information ist wohl in der technischen Dokumentation zu finden. Diese haben Sie im Auto aber nicht griffbereit (das ist auch gut so!) und Sie bitten daher Ihren Kunden, einen Ihrer Kollegen im technischen Innendienst im Büro anzurufen. Ihr Kollege kann die Unterlagen senden.

In der Zwischenzeit haben Sie schon ein Drittel der Wegstrecke bis zu Ihrem Termin zurückgelegt.

Ihr Kollege im Innendienst ruft Sie an und fragt nach, um welchen Sicherheitsschalter es genau geht. Der technische Leiter Ihres Key Accounts hat schon angerufen. Sie haben das rasch erklärt, sehr gut.

Während des letzten Telefonats hat Ihr Chef eine Nachricht auf Ihrer Sprachbox hinterlassen, die Sie nun abhören; er benötigt Informationen über einige größere, geplante Aufträge die Sie bis Monatsende noch erwarten.

Sie überlegen kurz, ob der Auftrag Ihres Neukunden schon eingetroffen ist – das kann aber nicht sein, da das Angebot ja erst am Vortag freigegeben wurde. Der zweite geplante Auftrag könnte schon im Haus sein, Sie wissen es aber nicht sicher. Daher bitten Sie Ihren Chef, bei der Kollegin im Sekretariat nachzufragen.

Besonders glücklich wirkt Ihr Chef mit diesen Informationen nicht.

Er beendet das Gespräch mit einer schnippischen Bemerkung über Ihren Arbeitsstil.
Uuups – das war jetzt nicht gut!

Nun wird der Verkehr auf der Autobahn dichter und kurz vor dem Autobahnkreuz an dem Sie abzweigen müssen, kommt der Verkehrsstrom zum erliegen; ein kurzer Stau.

Sie liegen noch gut in der Zeit und nach Auskunft Ihres Navigationssystems haben Sie noch ein paar Minuten Zeitpuffer bis zu Ihrem Termin. Fünfzehn Minuten später kommen Sie langsam wieder vom Fleck, jetzt haben Sie Ihre Zeitreserve aber vollkommen aufgezehrt.

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Jetzt wird es stressig!

Sie beschließen daher, Ihren heutigen Gesprächspartner zu informieren, dass Sie ein paar Minuten später kommen werden. Das ist vernünftig.

Auf Ihrem Smartphone haben Sie aber seine Telefonnummer nicht gespeichert und Sie rufen Ihre Kollegin im Innendienst an. Leider ist im CRM die persönliche Telefonnummer noch nicht hinterlegt. Die Kollegen gibt Ihnen aber die Hauptrufnummer des Unternehmens durch, diese tippen Sie gleich während des Gesprächs mit; OK – wenigstens das funktioniert.

Der Herr an der Vermittlung versucht, Ihren Kontakt zu erreichen, das funktioniert aber nicht. Er verspricht jedoch, dass er Ihre Nachricht weiterleiten wird. Na, hoffentlich klappt das!

Fünf Minuten zu spät – das geht noch.

Mit fünf Minuten Verspätung biegen Sie in die Zielstraße ein, jetzt müssen Sie nur noch die Hausnummer finden, denn die kannte Ihr Navi ja nicht. Weitere zwei Minuten später haben Sie Ihren Wagen endlich am Parkplatz des Unternehmens abgestellt. Jetzt wird es aber wirklich höchste Zeit!

Sie erreichen die Rezeption am Empfang Ihres Zielkunden mit 12 Minuten Verspätung. Sie sind etwas außer Atem, denn der Aufstieg mit Ihrem schweren Musterkoffer über die Stiege in den zweiten Stock zeigt Wirkung.

Nun sind Sie genervt und das sieht man Ihnen auch an.

Jetzt könnten Sie es gut gebrauchen, wenn Sie jemand wieder aufmuntert. Ihr Gesprächspartner wartet schon beim Empfang auf Sie, nimmt aber selbst soeben ein Telefonat entgegen.

Nachdem er nach weiteren fünf Minuten endlich den Anruf beendet finden Sie heraus, dass er nicht von Ihrer Verspätung erfahren hatte – die Telefonvermittlung befindet sich nämlich am zweiten Standort des Unternehmens, ein paar hundert Meter weiter in der gleichen Straße und Ihr Gesprächspartner hatte hier auf Sie gewartet. Sein Mobiltelefon liegt bereits im Besprechungsraum.

Naja, da wäre es tatsächlich besser gewesen wenn Sie selbst eine Nachricht auf seine Mobilbox gesprochen oder eine SMS gesendet hätten. Nur früher eben, als Sie bereits einige Minuten lang im Stau gestanden haben.

Mittlerweile ist es 9 Uhr 20

Und Sie erreichen endlich den Besprechungsraum. Noch bevor Sie loslegen können, lässt Sie Ihr Gastgeber wissen, dass er um 10 Uhr 30 seinen nächsten Termin hat und daher in spätestens einer Stunde weg muss. Er bitte Sie, sich zu beeilen.

Und das soll entspannend sein?

Nein, ist es nicht. Sie hatten auch gar nicht vor, die Zeit im Auto für Ihre mentale Vorbereitung, für Ihre Entspannung oder für Ihre persönliche Weiterentwicklung zu nutzen.

Das können Sie bereits heute ändern.

Die DONTs für Ihre Zeit im Auto

 

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Keine Taskliste für Ihre Autofahrt

Das lenkt Sie nur ab und Sie vergeuden wertvolle Zeit. Sie können Ihre Aufgaben während der Autofahrt ohnehin nicht professionell abarbeiten.

Keine ausgehenden Telefonate zu Ihren Kunden planen

Ihr Kunde weiß, dass Sie viel unterwegs sind, das müssen Sie ihm nicht extra noch demonstrieren. So müssen Sie Ihren Key Account auch nicht an Ihren Kollegen im Innendienst verweisen.

Keine Terminvereinbarungen während Sie im Auto sitzen

Sie können nicht angemessen auf Änderungen oder Gegenvorschläge reagieren. Zusätzliche E-Mails lassen Ihre Aufgabe unnötig anwachsen.

Führen Sie im Auto niemals Erstgespräche mit Ihren Zielkunden

Das ist respektlos. Wenn Sie sich nicht die Zeit nehmen können, in Ruhe und konzentriert ein Akquisegespräch zu führen, dann lassen Sie es bleiben.

Keine Report-Calls im Auto

Planen Sie Feedback für Ihren Chef in Ihrem Kalender ein, dann erwischt er Sie auch nicht am linken Fuß im Auto.

Keine E-Mails während der Fahrt

Nicht lesen. Nicht schreiben. Machen Sie keine halben Sachen.

Keine schriftlichen Notizen während der Fahrt

Höchstens Sprachnotizen auf Ihrem Smartphone. Mit einem guten App kann das funktionieren.

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14 Tipps für Ihre Entspannung

 

Tipp 1 – Ihr Tagesplan

Bereiten Sie vor der Abfahrt Ihren schriftlichen Tagesplan mit Terminen, Fahrtzeiten, Ansprechpartnern und deren Telefonnummern, Mobilnummern und Adressen für Ihr Navi vor

Tipp 2 – Hören Sie Musik während der Fahrt

Ihr Smartphone hilft Ihnen dabei falls Sie vorher Ihre Lieblingsmusik darauf gespeichert haben.

Tipp 3 – Konsumieren Sie Hörbücher

Ihr Smartphone hilft auch dabei.

Tipp 4 – Bringen Sie Ihre Motivationstankstelle mit

Rechnen Sie mit Verzögerungen und Staus. Halten Sie entspannende Musik, Fotos von lieben Menschen und andere Erinnerungen an schöne Momente bereit.

Tipp 5 – Hören Sie Podcasts

Es gibt Podcasts für fast jedes Thema – inspirierend, lehrend, unterhaltend, … Auch hier gilt: Vorbereitung erforderlich.

Tipp 6 – Denken Sie nach

Lassen Sie sich das letzten Gespräch mit Ihrem Kunden nochmals durch den Kopf gehen und denken Sie die nächsten Schritte durch.
Denken Sie VOR

Spielen Sie mental Ihr nächstes Gespräch durch. Nutzen Sie die Ruhe um Auto für Ihre Kreativität und denken Sie über Ihre nächsten Schritte bei Zielkunden nach.

Tipp 8 – Arbeiten Sie mental

Nutzen Sie Ihre Zeit im Auto für Ihre persönliche Weiterentwicklung – üben Sie Ihre Gesprächsführung, vermeiden Sie den Konjunktiv, üben Sie Nutzenargumente ein.

Tipp 9 – Ideen festhalten

Im Auto kommen Ihnen oft gute Ideen in den Sinn. Halten Sie diese in Audio-Notizen fest. Ich nutze dazu Evernote auf meinem Smartphone.

Tipp 10 – Tanken Sie Wasser

Nein, nicht in Ihren Wagen! Nehmen Sie eine Flasche Wasser mit. Ihre Konzentration verlangt danach. Trinken Sie regelmäßig Wasser – das ist DER Treibstoff für Ihre mentale Fitness.

Tipp 11 – Zeitpuffer festlegen

Planen Sie 15 Minuten Spielraum für jede Stunde Fahrtzeit ein, bei kurzen Strecken bis 30 Minuten mindestens 5 Minuten.

Tipp 12 – Bieten Sie Rückrufe an

Sie können nicht verhindern, dass Sie während der Fahrt angerufen werden. Bieten Sie Ihren Anrufern an, dass Sie zurückrufen werden. Jeder wird das gerne akzeptieren. Mit Hilfe des eingeplanten Spielraums werden Sie in den meisten Fällen vor Ihrem Termin noch Zeit für den Rückruf finden – am Parkplatz, nicht während der Fahrt.

Tipp 13 – Kontaktdetails

Nehmen Sie unbedingt die genauen Adressen und die persönlichen Telefonnummern Ihrer Ansprechpartner für diesen Tag schriftlich für Ihre Fahrt mit. Es kann immer was dazwischen kommen.

Tipp 14 – Tun Sie gar nichts und genießen Sie die Landschaft

Das macht Sie zufrieden und Sie sind gut gelaunt. Das wird Ihr Kunde mögen!

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Sie werden nicht mehr Zeit benötigen als bisher…

Im Gegenteil: Sie werden entspannter durch den Tag und durchs Leben gehen und produktiver sein.

Und: Ihre Kunden, Kollegen und Vorgesetzten werden das bemerken und Sie noch positiver und professioneller wahrnehmen.

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